Willkommen auf der Website der Gemeinde Engelberg



Sprungnavigation

Von hier aus k?nnen Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:
Startseite Alt+0 Navigation Alt+1 Inhalt Alt+2 Suche Alt+3 Inhaltsverzeichnis Alt+4 Seite drucken PDF von aktueller Seite erzeugen
Gemeinde Engelberg Gemeinde Engelberg Gemeinde Engelberg Gemeinde Engelberg Gemeinde Engelberg Gemeinde Engelberg Gemeinde Engelberg

Geschichte

 

Engelberg im goldenen Zeitalter der Luxusreisen

 

Luxusreisen


Ab Mitte des 19. Jahrhunderts machen der Ausbau des europäischen Eisenbahnnetzes und der wirtschaftliche Aufschwung das Reisen – bisher ein Privileg des Adels – auch für das aufstrebende Bürgertum erschwinglich. Man reist zur "Sommerfrische" in die Berge. In den 1860er Jahren entstehen in Engelberg die ersten beiden Grand Hotels: das Sonnenberg und das Titlis, beide im Stil der Zeit als (Hotel-)Paläste gestaltet. Das Gesellschaftsleben der Gäste spielt sich in prächtigen Sälen und Salons ab, grosszügig angelegte Parkanlagen laden zum Lustwandeln ein. Engelberg wird an das Postkutschen- und Telegraphennetz angeschlossen. In den folgenden Jahrzehnten verändert sich das Dorf: neue Hotels und Geschäftshäuser werden gebaut, bestehende Hotels erweitert und ein Netz von Spazierwegen im Tal angelegt. Mit dem Bau der Stansstad-Engelberg Bahn (1898) erfolgt der Anschluss an das europäische Schienennetz. Kurz darauf findet die erste offizielle Wintersaison statt. Die Hotel-Parks verwandeln sich in Eisfelder, Schlittel- und Bobbahnen werden angelegt und es wird dem aufkommenden Skisport gefrönt. Es folgen die goldenen Jahre der Belle Epoque bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges: Engelberg wird im Zeitalter der Luxusdampfer, der prächtig ausgestatteten Züge und der Hotelpaläste zur mondänen Destination für die europäische Oberschicht.

Bains de petit-lait


Bains de petit-lait, Vollbäder in Kuh- oder Ziegenmolke, waren Ende des 19. Jahrhunderts der Renner im Therapieangebot jedes Kurorts. Der hohe Preis sicherte die Exklusivität und Wirksamkeit, denn die Molke musste täglich in aller Frühe von den umliegenden Alpen zu Fuss in die Hotels im Dorf getragen werden. Vor dem Bad pflegte die noble Kundschaft ihren Darm mit einer Wasser-Trinkkur aus reinsten, perlenden und erquickenden Quellen. Stand keine Molke zur Verfügung, so genossen die Gäste ein elektrisches Licht-, ein Fichtennadel- oder ein Vierzellenbad und verköstigten sich an physikalisch-diätetischer Nahrung. Mit grossem Weitblick begründete und förderte der Dorfarzt Dr. Carl Cattani (1805-1869) Engelberg als Kurort. In seiner Schrift, "Das Alpenthal Engelberg und seine Berg-, Wasser-, Milch- und Molkenkuren" (1852), legte er die Kuranweisungen fest, welche vor allem von seinen Verwandten, der Hotel- und Ärzte-Linie Cattani, erfolgreich befolgt wurden. Mit Engelbergs therapeutischem Angebot konnte das ganze Spektrum der "Volkskrankheiten" der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wie "die Hysterie, das Heer der Neurosen, die Kinderlosigkeit und die Frauenkrankheiten" behandelt werden.
 

Gärten und Parks in Engelberg

Die Existenz von Klostergärten kann seit der Klostergründung vorausgesetzt werden. Im 18. Jahrhundert legten die Mönche eine eingeebnete Spielwiese mit Rasenbank und einen Pavillon auf dem Lusthaushubel an und nutzten das umliegende Gebiet als Landschaftspark. Aus den Vorgärten der ersten Kurhäuser und Pensionen entwickelten sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts die grossen Hotelparks. Sie begannen vor dem Hotel als geometrische Parterres, welche allmählich in reich möblierte Promenadenparks übergingen. Diese wurden im Talboden durch Alleen und Wege verbunden, so dass der gesamte Hotelbezirk zu einer einzigen Parklandschaft zusammenwuchs, welche die Gäste um 1900 als "little Versailles" bezeichneten. Die alten Fahrwege sowie neue Promenaden und Alleen verbanden den Hotelbezirk mit den zahlreichen Sommerwirtschaften und Freizeitanlagen wie zum Beispiel das Eienwäldli oder der Bänklialp.

Das Schwimmbad und die Klostererweiterung von 1926 waren die ersten modernen Parkkonzepte in Engelberg. Die Erneuerung des Kurparks 1956 und der Bau der Klosterstrasse besiegelten das Ende der grossen Hotelparks im Dorf. Durch Grossüberbauungen wie beispielsweise in der Sunnmatt oder am Dürrbach entstanden nach 1960 nur noch vereinzelt gestaltete Aussenräume.
 


zur Übersicht